Alzheimer - Bewegung kann die Krankheit aufhalten
Heute stand es in der Zeitung: Gunter Sachs, den sicherlich noch viele Menschen als Playboy
in Erinnerung haben, ist aus freiwillig dem Leben geschieden - aus Angst vor dem Vergessen,
vor der Alzheimer-Krankheit.
Gegen das Vergessen ist kein Kraut gewachsen - auch wenn die Forschung heute zwar weiß, was
geschieht, so gibt es bislang nur Möglichkeiten um die Alzheimer-Krankheit zu verlangsamen.
Wie entsteht Alzheimer?
Nervenzellen im Gehirn sterben ab und das Gehirn schrumpft. Dies kann man mittlerweile
durch bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)
sichtbar machen.
Durch das Verschwinden der Nervenzellen wird auch die Informationsverarbeitung und -weiterleitung
zwischen den Nervenzellen gestört. Eine der Folgen davon ist, dass ein Neurotransmitter namen
Acetylcholin nicht mehr in ausreichendem Maße erzeugt wird. Dieser Botenstoff spielt eine
zentrale Rolle bei der Regulierung verschiedenster Körpervorgänge, wie z.B. beim Lernen.
Zur Zeit wird davon ausgegangen, daß Acetylcholin die Speicherung von Informationen im
Hippocampus (überführt Gedächtnisinhalte vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis)
erleichtert sowie die Aufmerksamkeit erhöht.
Darüber hinaus sensibilisiert der Neurotransmitter Acetylcholin Schmerzrezeptoren, steuert
motorische Zentren im Gehirn und moduliert den Schlafrhythmus.
Bei dem Absterben von Nervenzellen, werden abnormal veränderte Eiweißbruchstücke in Form von Fäserchen im Gehirn abgelagert, sogenannte Plaque. Sie stören lebenswichtige Vorgänge, u.a. auch die Sauerstoff- und Energieversorgung des Gehirns.
Weiterhin kommt es zu einer Störung des Mechanismus, der die Calcium-Ionen in den Neuronen reguliert. Es können keine Impulse mehr von anderen Neuronen empfangen werden.
Wie zeigt sich Alzheimer im täglichen Leben?
Selten tritt Alzheimer bei Menschen auf, die jünger als 50 Jahre sind (lt. der Alzheimer Gesellschaft e.V.), nach diesem Lebensjahr, so wissenschaftliche Untersuchungen, nimmt sie an Häufigkeit zu.Die Symptome und das Voranschreiten der Krankheit variiert von Person zu Person.
Je stärker das Gehirn geschädigt wird, umso schwerer werden die Symptome, auch wenn es zwischendurch so aussieht, als würde eine Besserung eintreten.
Man unterteilt das Fortschreiten der Krankheit in 3 Stufen:
Frühstadium - Vergesslichkeit
Der Betroffene bemerkt dass er vergesslich wird, die richtigen Wörter wollen ihm nicht immer
gleich einfallen, die Alltagsaktivitäten und Hobbys verlieren ihre Attraktivität.
All diese Erscheinungen machen natürlich auch Angst. Diese Angst führt oftmals zum Rückzug
und daraus kann sich eine Depression entwickeln.
Mittleres Stadium - deutliche Ausfälle
Die alltäglichen Verrichtungen fallen zunehmend schwerer. Die Zeit verliert ihre Bedeutung,
der Betroffene vergisst Namen und erkennt bekannte Personen nicht mehr. Dies kann letztendlich
auch zu Persönlichkeitsveränderungen führen, unruhige und apathische, sehr zurückgezogenen
Phasen treten ein.
Und schwere Gedächtnisausfälle, vor allem des Kurzzeitgedächtnisses werden häufig von
Stimmungsschwankungen begleitet.
Fortgeschrittenes Stadium - Kontrollverlust
In diesem Stadium kann das Gedächtnis keine neuen Informationen mehr speichern. Gleichzeitig
kommt es zu einem Verlust der physischen Funktionen wie Essen, Laufen, Toilettenbenutzung.
Die Betroffenen zeigen dabei häufig eine starke Verwirrung bis hin zu Halluzinationen.
Was kann man tun bei Alzheimer-Krankheit?
Die Diagnose Alzheimer wirkt erst einmal wie ein Schock - die ganze Lebensplanung bricht zusammen. In vielen Fällen wird die Diagnose verdrängt. Eine Depression ist eine häufige Reaktion, ein Suizid wie bei Gunter Sachs eine weitere. Depression ist ein häufiger Grund für Selbstmordversuche - und eine häufige Folge von Demenzerkrankungen.
Nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen werden im Anfangsstadium
Acetylcholinesterasehemmer eingesetzt um den Botenstoff Acetylcholin zu regulieren, der für
unterschiedliche Körpervorgänge verantwortlich ist.
In späteren Stadien hat das Medikament Memantin gute Erfolge erzielt.
Die beste Vorsorge im mittleren Alter ist Bewegung.
‚Körperliche Aktivität fördert Veränderungen im Gehirn, die das geistige Leistungsvermögen
bewahren' - schreibt der Focus im Heft von Mai 2011.
In einer Studie mit 65 - 85jährigen an der Universität von Wisconsin-Milwaukee zeigte sich,
dass die Probanden mit einer Veranlagung für Alzheimer, die Sport trieben, eine größere
Gehirnaktivität in den mit Erinnerungsfunktionen verbundenen Regionen aufwiesen als ihre
unbeweglichen Studienkollegen mit derselben Veranlagung. Besonders faszinierend war, dass
die körperlich aktiven Testteilnehmer mit der Disposition sogar eine größere Gehirnaktivität
aufwiesen als die Aktiven, die die Veranlagung nicht aufwiesen.
Da kann sich wieder einmal die Annahme bewahrheiten, dass äußere Bewegung wie z.B. das
Gehen auch für innere Beweglichkeit sorgt. Das erklärt dann auch, warum ich z.B. beim
Telefonieren gerne durch die Wohnung gehe, im Gehen kommt vieles ins Fließen. Ich habe das
Gefühl, flüssiger denken zu können. Und das wissen wir ja inzwischen: alles was wir im Außen
tun, hat eine adäquate Wirkung in unserem Inneren.
Wenn mich jemand mit (äusseren)Worten lobt, habe ich ein wunderbares (inneres) Gefühl von
Anerkennung ;)
Mit der äußeren Bewegung durch z.B. Spazierengehen kommen durch die rechts-links-Bewegung der Beine oder auch der Augen beim Sehen, unsere Neuronen in Schwingung. Wie in den REM-Phasen beim Schlafen wird eine bilaterale Hemisphären-Stimulation erzeugt. Das wiederum hilft bei der täglichen Informationsverabeitung. Die Bewegung der Neuronen veranlasst diese, neue Kontakte zu weiteren Neuronen zu knüpfen usw., also das Absterben der Neuronen durch Aktivität zu verhindern/aufzuhalten.
Mein Tipp für Sie:
Unternehmen Sie täglich einen Spaziergang, je nach körperlicher Möglichkeit von 30 - 60
oder mehr Minuten. Bringen Sie mir der rechts-links-Bewegung der Arme und Beine Ihre Neuronen
in Schwung.
Wer diesen kinesthätischen Aspekt über die Bewegung und den visuellen Aspekt über die
Augenbewegung noch vertiefen, beschleunigen möchte, kann das Hören mit einbeziehen. Es gibt
spezielle wingwave-CD's die auch den auditiven Sinneskanal aktivieren.
Beruhigende Naturgeräusche, angenehme Klänge und/ oder einfache Musik bilden den fliegenden
Teppich für die Phantasie, die in der Ruhefrequenz des menschlichen Herzens abwechselnd über
das rechte und das linke Ohr auditiv das Nervensystem zu selbstregulatorischen
Integrationsprozessen stimuliert.