Die Psychologie der Fettzellen im menschlichen Körper
‚Fettzellen arbeiten als direktes Steuerinstrument dem Stoffwechsel zu.’ so die Erkenntnis von Mitchel Lazar vom Diabetes-Zentrum der University of Pensylvania.
Somit sind die Fettzellen weit mehr, als nur Tanks, die überschüssiges Fett aus dem Blut sammeln. Sie stärken mit ihren Rezeptoren die Körperzellen bei deren Reaktion auf das Stoffwechselhormon. Sie können eine Diabetes verhindern helfen.
Untersuchungen für eine US-Studie haben gezeigt, dass Männer mit einem BMI (Body-Mass-Index, bedeutet Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern) von 25 bis 30 am längsten leben - ein Bereich, der normalerweise dem Übergewicht zugeordnet wird.
Studienleiter Michael Freedman vom National Cancer Institute in Bethesda (Maryland) hat erkannt: ‚Der Zusammenhang von BMI und Sterberisiko ist offenbar komplizierter, als es die Medizin angenommen hat.’
Fett spielt im Hormonhaushalt eine wichtige Rolle: es verwandelt männliche Androgene (Sammelbegriff für männliche Sexualhormone, wie z.B. das Testosteron) die u.a. in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde von Frauen produziert wird, in weibliche Östrogene. Dies ist vor allem in und nach den Wechseljahren der Frau von Bedeutung.
Weiterhin sind Menschen mit einem BMI über 30 weniger suchtgefährdet. Lt. Gregory Simon vom Group Health Institute in Seattle, greifen sie bis zu 22% seltener zu Tabak, Alkohol und anderen Drogen. Ihr Bedarf an Reizen wird bereit durch üppige Mahlzeiten befriedigt.
Ein MEHR an Gewicht hat lt. 'International Journal of Obesity' einen weiteren Vorteil: Je mehr die Waage an Gewicht anzeigt, umso mehr sinkt die Konzentration von schwer abbaubaren Chemikalien im Körper, wie z.B. PCB, das als krebserregend gilt. Umgekehrt steigt die Konzentration dieser Stoffe, wenn der Mensch abnimmt; das Fettgewebe speichert die Schadstoffe und setzt sie ins Blut frei.