Basiswissen Hypnose

Unser Unterbewusstsein steuert alle Abläufe in unserem Körper und auch weitgehend unser Verhalten. Im Wachzustand filtert das Bewusstsein Einflüsse von außen, das Unterbewusstsein ist deshalb nur eingeschränkt zugänglich.

Hypnose ist die gezielte Herstellung von Trance. Die Fähigkeit, in Trance zu gehen, ist ein dem Menschen angeborener Zustand: Trance ist ein Alltagsphänomen. Wenn Sie bei einer Zugfahrt durch das gleichmäßige Rattern der Räder auf den Schienen und das dahin gleiten der Landschaften anfangen einfach vor sich hin zu dösen und von Ihrem letzten Urlaub träumen, sind Sie in Trance. In Trance ist die Wahrnehmung auf eine andere als die äußere Realität gerichtet. Die Kommunikation des Bewusstseins mit dem unterbewussten Verstand ist so möglich. Hypnose ist das effektivste Mentaltraining zum Erreichen positiver Anstrebungsziele, wie Rauchfrei leben oder eine glückliche Partnerschaft finden, zur Ziel- und Visionssuche, zur Karriereplanung, im Erfolgsmanagement und Sport- Coaching. Die Hypno-Psychotherapie gilt als effektivste Form der Psychotherapie und kann Ängste und Panik, Traumatisierungen und Depressionen heilen.

Die Entwicklung der Hypnose

Trance- Phänomene wurden seit Menschengedenken von Schamanen und Heilern vieler Kulturen eingesetzt.

Die Klassische Hypnose wurde 1770 durch Franz Anton Mesmer begründet, 1885 kam Sigmund Freud in Paris durch Jean-Martin Charcot mit der Hypnose in Kontakt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Hypnose in Deutschland wesentlich durch Oskar Vogt und Johannes Heinrich Schultz, der auch das Autogene Training entwickelte, beeinflusst.

Bis zu Beginn der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde in Deutschland vorwiegend mit dieser Methode gearbeitet. Man nutzt diesen Trance-Zustand, um ganz einfach über direktive Suggestionen Verhaltensweisen direkt im Unterbewusstsein zu verändern. Diese Behandlung ist weitgehend symptomorientiert, in der Regel kommt es nach einiger Zeit zum erneuten Auftreten der Symptome.

Die Strategische Hypnose entstand in den USA durch den Einfluss von Milton Erickson und zeichnete sich durch indirekte Techniken, wie Metaphern und Symbole aus. Milton Erickson entwickelte von 1938 bis 1980 schrittweise seine strategische, indirekte Hypnose. Er machte sich eine Vorstellung davon, was für den Klienten gut sein könnte und suggerierte einen dementsprechenden Veränderungsprozess. Dabei vertraute er auf die Fähigkeit und Weisheit des Unbewussten. Die Besserung oder Heilung wurde so in die Verantwortung des Unbewussten gestellt. Er entwickelte eine Vielzahl völlig neuer Methoden der Hypnoseinduktion durch ein verdecktes und indirektes Vorgehen. Dieses Vorgehen war hocheffizient und ermöglichte, auch in vielen Fällen eine Heilung zu erreichen, die in der klassischen Hypnose nicht zu bewirken war.

Der erweiterte und vertiefte Ansatz der Selbstorganisatorischen Hypnose entstand schrittweise in den Jahren ab 1970 durch die Zusammenarbeit von Milton Erickson damaligen Familientherapeuten.

In Deutschland vermittelten Bernhard Trenkle und vor allem Gunther Schmidt ab 1985 den selbstorganisatorischen Ansatz.

1988 entwickelte dann Götz Renarzt die erste in sich geschlossene selbstorganisatorische Hypno-Therapie-Strategie, die Zauberwiesenstrategie. 1996 folgte mit der Autosystemhypnose die erste strukturierte selbstorganisatorische Behandlungsstrategie für alle psychischen Störungen mit Ausnahme der akuten Psychosen. 1998 entwickelte Götz Renarzt die Silerlek-Methode als eine hypnotische Methode zur Persönlichkeitsentwicklung in allen Bereichen der menschlichen Existenz: von der Sexualität zur Spiritualität, von der Religiösität zur Emotionalität, von der Kreativität bis zur Leistungssteigerung im Sport

In der modernen Selbstorganisatorischen Hypnose ist der Therapeut nur noch der Führer; der Klient und dessen Unbewusstes entwickeln die Lösung selbst.

Ausgehend von der wissenschaftlichen Selbstorganisationstheorie sowie der Ordnertheorie der Synergetik (der Wissenschaft vom Zusammenwirken) von Hermann Haken wissen wir heute, dass optimale Ergebnisse in der Psychotherapie und der Psychosomatik - aber auch im allgemeinen Leben! - nur unter folgenden Bedingungen möglich sind:

1. Bewusstsein und Unbewusstes streben das gleiche Ziel gemeinsam an.
2. Im Unbewussten gibt es keine wesentl. Widerstände gegen das gemeinsame Ziel.
3. Das angestrebte Ziel und die dabei angestrebten Lösungen sind ökosystemisch. D.h. sie stehen im Einklang mit der Vorstellungswelt der Person und harmonisieren im Wesentlichen mit dem familiären oder sozialen Bezugsfeld und dessen Bedingungen.

Nur, wenn diese 3 Bedingungen erfüllt sind, kommen optimale Lösungen sowohl im Leben als auch in der Hypnose und Hypnotherapie zu Stande - ohne Rückfälle und Symptomverschiebungen, mit der auch die Person und ihre Familie gut leben können. Denn nur solche Lösungen bleiben stabil und ermöglichen eine endgültige Heilung.
Selbstorganisation ist das Prinzip des Lebens und der Evolution selbst - sowohl auf der physikalischen, als auch auf der biologischen und sozialen Ebene. Aber Sie können das Prinzip der Selbstorganisation für die Hypnose nutzen und die therapeutischen Situationen so strukturieren, dass selbstorganisatorische Prozesse zu ihrem Recht kommen!

Selbstorganisatorisch orientierte Hypnotherapeuten wissen, dass Menschen als selbstorganisatorische Systeme autonom sind und sich jeweils nur aus eigenen Motiven und aus sich selbst heraus - eventuell in kreativer Kommunikation mit seinen Bezugspersonen - ändern.

Der Mensch enspricht einem sich selbst organisierenden, biologischen System, dass sich in Raum und Zeit aus seiner genetisch codierten Struktur heraus im Rahmen seiner physikalischen Umweltbedingungen, seiner körperlichen Organisation, seiner eigenen kognitiven Konstrukte, seiner familiären und sozialen Systeme und seiner kulturellen (religiösen) Systemen heraus und in sie hinein dynamisch selbst organisierend entwickelt und verwirklicht

Diese selbstorganisatorische Tätigkeit erfolgt über biologische, neurologische, emotionale, kognitive und soziale Prozesse entsprechend der Ordnertheorie der Synergetik (Hermann Haken). Der dabei wirksame oberste Systemordner wird in Erweiterung der Theorie von Carl Gustav Jung (1921) über die Ordnungsvorgänge psychischer Systeme in der Selbstindividuationstendenz gesehen.

Wann darf keine Hypnose durchgeführt werden!?

Absolute Kontraindikationen sind akute Psychosen und alle Formen akuter Verwirrtheitszustände. Relative Kontraindikationen sind u. a. hirnorganische Veränderungen, Minderbegabung, Epilepsie und starke Ängste vor Hypnose.

Show-Hypnose

Eines der großen Geheimnisse der Show-Hypnose ist die Erwartungshaltung der Person, die hypnotisiert werden soll. 2/3 der Personen, die diese Erwartungshaltung haben, befinden sich mit Beginn dieser Erwartung schon in einer leichten Trance. Der Show-Hypnotiseur kann diese Erwartungshaltung bei seiner Einleitungsrede dazu nutzen, diese Trance zu verstärken. Gerade eine Bühnen-Atmosphäre hat etwas geheimnisvolles, es wird etwas demonstriert und der Hypnotiseur ist derjenige, der sich hier auskennt, Meister ist beim Vollbringen von mentalen Wundern, dem man einfach folgen kann - vor allem leicht suggestible Menschen. Scheinwerferlicht, Musik, Vorhang und Publikum sind Faktoren, die das Annehmen der Suggestionen und damit die Vorführung von hypnotischen Phänomenen fördern. Und es liegt in dieser ‚magischen' Umgebung, dass Hypnose auf der Bühne in der Regel schneller induziert werden kann, als in jeder anderen Situation. Bei der Auswahl der Probanden achtet der Hypnotiseur darauf, dass der Proband eine positive Erwartungshaltung hat und voll bei der Sache ist. Der Gemeinschaftsgeist einer Gruppe erleichtert die Show-Hypnose.

Dieses ‚Machtspiel' der Show-Hypnose ist nur dann erfolgreich, wenn der Hypnotisierte an den ‚Kontrollverlust' glaubt, oder ein unbewusstes Bedürfnis hat, einen ‚Kontrollverlust' zu inszenieren, um ein unbewusstes Bedürfnis zu befriedigen, z.B. um sich einmal in der Öffentlichkeit nackt zu präsentieren oder ‚die Sau rauszulassen' und als Frosch etc. über die Bühne zu hüpfen. Es entspricht also einer sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung. Dieses ‚Machtspiel' hat jedoch sofort ein Ende, wenn das Unbewusste des Probanden nicht mehr mitspielen will.